Drei Zahlen, bevor Sie weiterrechnen
Fast jede Anfrage zum fugenlosen Bad beginnt mit derselben Zahl: 150 Euro pro Quadratmeter. Die Zahl ist nicht falsch. Sie steht bei obi.de, gira.de, haus.de und richter-frenzel.de, und vier unabhängige Quellen mit demselben Wert sind ein brauchbarer Anhaltspunkt. Nur meint sie dort die reine Arbeitsleistung, und sie bezieht sich auf jeden beschichteten Quadratmeter. In einem Badezimmer sind das erheblich mehr Quadratmeter, als der Grundriss vermuten lässt.
- Arbeitskosten Beschichtung
- 150 €/m²übereinstimmend bei vier Quellen, ohne Material
- Material je nach System
- 20 – 30 €/m²Mikrozement, Beton Ciré oder Kunstharz
- Komplettes fugenloses Bad
- 9.000 – 15.000 €6,5 bis 8,5 m² Raum, inkl. Vorbereitung, Abdichtung, Versiegelung (gira.de)
In diesen drei Zeilen steckt bereits der ganze Konflikt. Die ersten beiden Werte ergeben zusammen 170 bis 180 Euro je Quadratmeter Fläche. Die dritte Zahl beschreibt einen fertigen Raum. Wer beides nebeneinanderlegt, ohne die Bezugsgröße zu prüfen, vergleicht eine Belagsleistung mit einer Badsanierung.
Was kostet ein fugenloses Bad pro Quadratmeter?
Wir haben die Preisangaben zusammengetragen, die im deutschsprachigen Netz zu diesem Thema auffindbar sind, und sie nach Bezugsgröße sortiert statt nach Anbieter. Erst dadurch wird sichtbar, welche Werte sich decken und welche nur zufällig gleich aussehen.
| Position | Quelle | Preis je m² |
|---|---|---|
| Arbeitskosten Beschichtung, ohne Material | obi.de, gira.de, haus.de, richter-frenzel.de | 150 € |
| Arbeitskosten Mikrozement | badsanieren24.de | 100 – 150 € |
| Arbeitskosten, oberes Ende des Feldes | gestaltungsmaler.de | rund 250 € |
| Material gängiger Systeme | gira.de, haus.de, richter-frenzel.de, badsanieren24.de | 20 – 30 € |
| Material hochwertiger Systeme | designfabrikhamburg.de | ab 70 € |
| Fertige Fläche inklusive Montage | designfabrikhamburg.de | ca. 150 € |
| Mikrozement, Arbeit und Material zusammen | badsanieren24.de | 120 – 180 € |
| Gesamtspanne über alle Systeme | baederdunkelmann.de, planner5d.com | 100 – 300 € |
Auswertung der Preisangaben von obi.de (27.01.2026), gira.de (07.05.2026), haus.de (07.06.2025), richter-frenzel.de (ohne Datumsangabe), badsanieren24.de (21.05.2026), gestaltungsmaler.de (04.09.2025), designfabrikhamburg.de (30.10.2024), baederdunkelmann.de (25.06.2026) und planner5d.com (15.07.2025). Stand der Auswertung: September 2026.
150 Euro sind nicht gleich 150 Euro
Zwei Zeilen der Tabelle nennen fast denselben Betrag und meinen Gegensätzliches. Bei obi.de, gira.de, haus.de und richter-frenzel.de sind 150 Euro der Lohnanteil; das Material von 20 bis 30 Euro kommt obendrauf. Bei designfabrikhamburg.de sind rund 150 Euro der fertige Quadratmeter inklusive Montage. Zwischen beiden Lesarten liegen etwa 20 Prozent, und zwar bei identischer Zahl im Angebot.
Der Ausreißer nach oben
gestaltungsmaler.de nennt rund 250 Euro je Quadratmeter und liegt damit zwei Drittel über dem Wert, auf den sich vier andere Quellen einigen. Eine mögliche Erklärung ist, dass dort die Untergrundvorbereitung bereits eingerechnet ist, denn dieselbe Seite ist auch die einzige, die Abdichtung und Estrich überhaupt beziffert. Belegt ist diese Deutung nicht, sie bleibt eine Vermutung. Für Sie heißt das: Ein Angebot mit 250 Euro je Quadratmeter ist nicht automatisch überteuert, sondern möglicherweise das ehrlichere.
Boden oder Wand: worauf sich der Quadratmeterpreis bezieht
Das ist der teuerste Denkfehler in diesem Thema. Wer ein Bad mit sechs Quadratmetern hat und 175 Euro je Quadratmeter liest, rechnet im Kopf mit gut 1.000 Euro. Die tatsächliche Fläche ist ein Vielfaches davon.
Von allen ausgewerteten Quellen legt genau eine offen, worauf sie sich bezieht: badsanieren24.de rechnet für ein Bad mit neun Quadratmetern Grundfläche insgesamt 39 Quadratmeter zu beschichtende Fläche, also 9 Quadratmeter Boden und 30 Quadratmeter Wand. Bei gira.de, haus.de und obi.de bleibt die Bezugsgröße offen. Genau dort entsteht die Lücke zwischen Erwartung und Rechnung.
Die Wandfläche ergibt sich aus dem Raumumfang mal der Höhe. Ein Bad von zwei mal drei Metern hat zehn Meter Umfang; bei 2,50 Metern Höhe sind das 25 Quadratmeter Wand, von denen Tür und Fenster abgehen. Boden und Wand zusammen liegen also bei knapp 30 Quadratmetern, das Fünffache der Grundfläche.
Im Bad kommen Flächen dazu, die auf keinem Grundriss stehen. Die Duschnische wird innen mitbeschichtet. Die Vorwand hinter dem WC hat drei Sichtseiten. Der Wannenkasten, die Fensterlaibung, die Stirnseite eines Waschtischunterbaus: lauter kleine Flächen mit vielen Kanten. Und Kanten sind bei einer handgezogenen Beschichtung der eigentliche Zeitfresser, weil jede von ihnen einzeln ausgearbeitet wird. Wir kalkulieren kleinteilige Bäder deshalb spürbar höher je Quadratmeter als eine große, ruhige Fläche.
Wenn Sie ein Angebot prüfen, gibt es dafür eine einzige nützliche Frage: Auf wie viele Quadratmeter bezieht sich dieser Preis? Steht im Angebot keine Flächenangabe, ist es kein vergleichbares Angebot.
Rechenbeispiele: 4, 6 und 10 Quadratmeter
Damit Sie selbst rechnen können, hier drei typische Badgrößen mit offengelegten Annahmen: Raumhöhe 2,50 Meter, Wände vollflächig beschichtet, Tür und Fenster abgezogen. Angesetzt sind 150 Euro Arbeitskosten und 25 Euro Material je Quadratmeter, zusammen 175 Euro.
| Bad | Zu beschichtende Fläche | Beschichtung zu 175 €/m² |
|---|---|---|
| 4 m², Grundriss 2,00 × 2,00 m | 4 m² Boden + 18 m² Wand = 22 m² | 3.850 € |
| 6 m², Grundriss 2,00 × 3,00 m | 6 m² Boden + 23 m² Wand = 29 m² | 5.075 € |
| 10 m², Grundriss 2,50 × 4,00 m | 10 m² Boden + 30 m² Wand = 40 m² | 7.000 € |
Eigene Rechnung auf Basis belegter Einheitspreise: 150 €/m² Arbeitskosten (obi.de 27.01.2026, gira.de 07.05.2026, haus.de 07.06.2025, richter-frenzel.de) und 25 €/m² Material als Mitte der Spanne 20 – 30 €/m² derselben Quellen. Flächen bei 2,50 m Raumhöhe, Tür und Fenster abgezogen.
Die Werte lassen sich gegen die veröffentlichten Gesamtangaben prüfen, und sie halten stand. gira.de nennt für 22 Quadratmeter Fläche 3.700 bis 4.000 Euro für die reine Beschichtung; unsere Zeile für das kleine Bad landet bei genau 22 Quadratmetern und 3.850 Euro. badsanieren24.de nennt für 39 Quadratmeter Mikrozement 4.680 bis 7.020 Euro, was 120 bis 180 Euro je Quadratmeter entspricht. Unsere 40-Quadratmeter-Zeile liegt mit 7.000 Euro am oberen Rand dieser Spanne.
Warum dieselbe Quelle für dasselbe Bad zwei Preise nennt
gira.de nennt an einer Stelle 3.700 bis 4.000 Euro für 22 Quadratmeter Fläche und an anderer Stelle 9.000 bis 15.000 Euro für ein komplettes fugenloses Bad von 6,5 bis 8,5 Quadratmetern. Das sind rechnerisch fast dieselben Flächen und trotzdem der drei- bis vierfache Preis. Ein Fehler ist das nicht.
Der Unterschied ist die Leistungstiefe. Die niedrige Zahl beschreibt das Auftragen der Beschichtung auf einen fertigen, ebenen, abgedichteten Untergrund. Die hohe Zahl enthält die Vorbereitung dieses Untergrunds, die Abdichtung und die Versiegelung, also alles, was passieren muss, bevor überhaupt jemand eine Kelle in die Hand nimmt. Wenn Sie in diesem Artikel nur einen Satz mitnehmen, dann diesen: Der Preis eines fugenlosen Bades hängt weniger am Material als am Zustand des Raums, ab dem gerechnet wird.
In der Praxis vergleichen Bauherren fast immer diese beiden verschiedenen Dinge miteinander und wundern sich über die Abweichung. Die klärende Frage lautet: Ab welchem Zustand des Raums gilt Ihr Preis? Ab Rohbau, ab verputzter Wand oder ab fertig gespachteltem und abgedichtetem Untergrund?
Fugenlos oder Fliesen: der Kostenvergleich
Beide Beläge lösen dieselbe Aufgabe, sie tun es nur mit unterschiedlichem Zeitaufwand. Fliesen sind das Material der schnellen Fläche, eine Beschichtung ist das Material der aufwendigen Vorbereitung.
| Position | Fliesen | Fugenlose Beschichtung |
|---|---|---|
| Arbeitskosten je m² | 75 € | 150 € |
| Material je m², Standard | Wand 5 – 15 €, Boden 4 – 20 € | 20 – 30 € |
| Material je m², gehoben | Marmor 120 – 300 € | ab 70 € |
| Fertige Fläche je m² | 80 – 100 € | 100 – 300 € |
| Beispiel: 22 m² Fläche in einem Bad | 2.000 – 2.200 € | 3.700 – 4.000 € |
Fliesenwerte: obi.de (27.01.2026), gira.de (07.05.2026), haus.de (07.06.2025), badsanieren24.de (21.05.2026). Beide Beispielsummen für 22 m² stammen von gira.de und meinen die reine Belagsleistung ohne Untergrundvorbereitung und Abdichtung.
In der Standardausführung kostet die fugenlose Fläche also etwa das Doppelte. Die Reihenfolge dreht sich allerdings um, sobald Naturstein ins Spiel kommt: Marmor liegt beim Material zwischen 120 und 300 Euro je Quadratmeter und ist damit teurer als jedes hier genannte Beschichtungssystem.
Was in dieser Tabelle nicht steht, entscheidet die Rechnung trotzdem mit. Fliesen verzeihen einen unebenen Untergrund, weil der Kleber die Toleranzen aufnimmt. Eine Beschichtung von zwei bis drei Millimetern verzeiht nichts: Jede Welle, jede Kante und jeder alte Ausbruch bleibt sichtbar. Der Aufwand verschiebt sich also von der Belagsschicht in die Vorbereitung, und genau dieser Teil taucht in Quadratmeterpreisen nie auf.
Für die Einordnung in ein Gesamtbudget hilft der Blick auf das komplette Projekt: Wie sich Beläge, Sanitär, Elektro und Rückbau zueinander verhalten, steht in unserer Übersicht zu den Kosten einer Badsanierung.
Materialien im Preisvergleich
Die Systeme unterscheiden sich im Materialpreis weniger stark, als ihre Namen vermuten lassen. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten gängigen System liegen rund zwölf Euro je Quadratmeter, bei Arbeitskosten von 150 Euro also weniger als zehn Prozent der Fläche.
| System | Verhalten im Bad | Material je m² |
|---|---|---|
| Kunstharz | günstigstes System, sehr dichte Oberfläche, technische Optik | ca. 18 € |
| Beton Ciré | mineralische Anmutung mit lebendiger Wolkenbildung | ca. 25 € |
| Mikrozement | mit Arbeit zusammen 120 – 180 €/m² | 20 – 30 € |
| Holz als fugenloser Belag | außerhalb der Nassbereiche, im Duschbereich nur mit Sonderaufbau | ca. 30 € |
| Hochwertige Systeme | einzige Quelle: designfabrikhamburg.de | ab 70 € |
obi.de (27.01.2026), richter-frenzel.de (ohne Datumsangabe), haus.de (07.06.2025), badsanieren24.de (21.05.2026), designfabrikhamburg.de (30.10.2024).
Die letzte Zeile widerspricht den darüberliegenden deutlich: 20 bis 30 Euro auf der einen Seite, ab 70 Euro auf der anderen. Auflösen lässt sich das mit den vorliegenden Angaben nicht. Denkbar ist, dass hier ein komplettes Systempaket aus Grundierung, Masse und Versiegelung gemeint ist, während die niedrigen Werte nur die Beschichtungsmasse enthalten. Das ist eine Hypothese, kein Befund. Fragen Sie bei einem Angebot nach, welche Komponenten im Materialpreis stecken.

Zu Tadelakt und Kalkputz fanden sich in dieser Recherche keine belastbaren Quadratmeterpreise. Wir tragen hier keine geschätzten Werte nach. Wer mit Tadelakt plant, sollte zwei bis drei Angebote einholen, denn das Material wird in mehreren Lagen aufgebracht und mit Stein verdichtet, was den Arbeitsanteil gegenüber Mikrozement deutlich erhöht. Sichtestrich wiederum ist ein Bodenthema und keine Wandalternative; er entsteht aus dem Estrich selbst und lässt sich deshalb nur bei einer ohnehin geplanten Bodensanierung sinnvoll einplanen.
Was im Quadratmeterpreis nicht enthalten ist
Vier Posten, die in keinem Quadratmeterpreis stecken
Abdichtung nach DIN 18534, Estrich im Duschbereich, Duschablauf und Entsorgung tauchen in Quadratmeterpreisen praktisch nie auf. gestaltungsmaler.de beziffert diese Zusatzleistungen mit rund 3.000 Euro und ist im ausgewerteten Quellenfeld die einzige Seite, die dafür überhaupt eine Zahl nennt.
Die Abdichtung ist dabei kein Zusatzwunsch, sondern eine Pflichtleistung. Eine fugenlose Beschichtung ist wasserabweisend, aber sie ersetzt die Verbundabdichtung darunter nicht. Wer sie streicht, spart am einzigen Bauteil, das den Schaden beim Nachbarn verhindert.
Im Duschbereich kommt der Estrich hinzu: Gefälle zum Ablauf, sauber abgezogen, weil sich eine zwei Millimeter dünne Schicht nicht als Gefälleausgleich eignet. Dazu ein Linien- oder Punktablauf, dessen Bauhöhe zum vorhandenen Bodenaufbau passt.
Der vierte Block fehlt in den Tabellen ganz: die Sanitärobjekte. WC, Waschtisch, Armaturen, Vorwandinstallation und Duschabtrennung sind in keinem Belagspreis enthalten. Bei einer Sanierung kommt ein Punkt dazu, den viele unterschätzen: Die Objekte müssen demontiert werden, damit hinter ihnen durchbeschichtet werden kann. Wird um sie herum gearbeitet, entstehen genau die sichtbaren Kanten, wegen derer man sich für fugenlos entschieden hatte.

Praktisch heißt das: Ein fugenloses Bad ist selten ein Belagsprojekt und fast immer eine Badsanierung mit einem anderen Finish. Wie der Duschbereich darunter aufgebaut wird, mit welcher Aufbauhöhe und welchem Ablauf, beschreiben wir bei der bodengleichen Dusche.
Fugenlos auf alte Fliesen: der größte Sparhebel
Eine Beschichtung kann direkt auf bestehende Fliesen aufgebaut werden. Das ist der wirksamste Kostenhebel im ganzen Thema, weil damit die drei teuersten Posten einer Sanierung entfallen: Abbruch, Entsorgung und der Aufbau eines neuen Untergrunds.
Voraussetzung ist allerdings ein Bestand, der das hergibt. Fünf Punkte prüfen wir vor Ort, bevor wir diesen Weg anbieten:
- Die Fliesen sitzen fest, beim Abklopfen klingt nichts hohl
- Der Untergrund ist trocken, es zieht keine Feuchtigkeit aus der Wand nach
- Die Fugen werden eingeebnet, sonst zeichnen sie sich nach einigen Wochen durch
- Die glasierte Oberfläche wird angeschliffen und mit einer Haftbrücke vorbereitet
- Die vorhandene Abdichtung ist intakt, was sich ohne Öffnen einer Stelle nicht sicher feststellen lässt
Der letzte Punkt ist der heikle. In Bädern aus den 1980er und 1990er Jahren liegt unter den Fliesen oft nur ein Anstrich oder gar nichts. Eine neue Beschichtung obendrauf sieht dann jahrelang gut aus, während sich darunter nichts verbessert hat. Wir öffnen im Zweifel eine Stelle im Duschbereich, meist am Wandanschluss hinter der Armatur, und entscheiden danach.

Zwei praktische Nebenwirkungen sollten Sie einplanen. Der Bodenaufbau wächst um wenige Millimeter, was Türblatt, Duschabtrennung und Übergangsprofil betrifft. Und der Sparhebel verschwindet vollständig, sobald am Grundriss etwas geändert wird. Wer Leitungen versetzt oder eine Wanne gegen eine bodengleiche Dusche tauscht, baut ohnehin bis auf den Rohboden zurück. Dann ist der Belag nur noch die letzte von acht Entscheidungen.
Selber machen: was es spart, was es riskiert
Bei 150 Euro Arbeit und 25 Euro Material je Quadratmeter entfallen rund 86 Prozent der Kosten auf die Arbeitszeit. In einem Bad mit sechs Quadratmetern Grundfläche und 29 Quadratmetern Beschichtungsfläche wären das etwa 4.350 Euro Arbeitsanteil gegenüber 725 Euro Material. Kein anderer Posten im Bad hat ein so ungleiches Verhältnis, und deshalb ist die Frage nach der Eigenleistung hier berechtigt.
Der Haken liegt in der Verarbeitung. Eine Beschichtung wird nass in nass gezogen. Wer eine Wandfläche in zwei Etappen bearbeitet, weil zwischendurch der Feierabend kommt, sieht die Ansatzstelle später bei Streiflicht. Die Schichtdicke muss gleichmäßig bleiben, und die Trockenzeiten zwischen den Lagen sind eng gesetzt. Das ist weniger eine Frage von Geschick als von Rhythmus und Routine.
Dazu kommt der Duschbereich. Die Abdichtung darunter ist eine normgerechte Leistung nach DIN 18534, für die es bei Eigenleistung keine Gewährleistung gibt. Ein Wasserschaden im Erdgeschoss darunter kostet mehr als die gesamte Beschichtung. Wir raten deshalb zu einer klaren Grenze: Boden, Duschbereich und alle Wandflächen im Spritzwasserbereich vom Fachbetrieb, trockene Wandflächen gern selbst.
Diese Aufteilung hat einen Preis, der selten genannt wird: Selbst dasselbe Material sieht unterschiedlich aus, wenn zwei verschiedene Hände es ziehen. In einem kleinen Bad, in dem man alle Wände auf einen Blick sieht, ist das ein echtes Thema. In einem größeren Bad mit klarer Trennung zwischen Nass- und Trockenzone funktioniert es gut.
Ohne Diskussion sinnvoll ist die Eigenleistung drumherum: ausräumen, Möbel demontieren, abkleben, nach dem Schleifen entstauben und am Ende reinigen. Das kostet Sie ein Wochenende und niemanden eine Gewährleistung.
Kosten über die Lebensdauer
Die Rechnung endet nicht mit der Schlussrechnung. Drei Punkte wirken sich über die Jahre auf die Gesamtkosten aus, und alle drei werden vor der Entscheidung selten besprochen.
Die Versiegelung
Die Oberfläche ist nur so dicht wie ihre Versiegelung, und die ist eine Verschleißschicht. Wie oft sie erneuert werden muss, dazu machen die ausgewerteten Quellen keine belastbare Angabe; die Hersteller der einzelnen Systeme geben dafür Pflegeintervalle vor. Lassen Sie sich das Datenblatt zeigen, bevor Sie unterschreiben, und fragen Sie nach den Kosten einer Auffrischung.
Die Reparaturfähigkeit
Hier liegt der praktische Kern dessen, was als Nachteil eines fugenlosen Bades gehandelt wird. Eine gesprungene Fliese lässt sich austauschen, wenn man ein paar Reservestücke aufgehoben hat. Eine beschädigte Beschichtung wird ausgebessert, und weil die Oberfläche von Hand gezogen ist, bleibt die Stelle oft erkennbar. Bei größeren Schäden wird die gesamte Fläche überarbeitet statt nur ein Stück davon.
Fugen gibt es weiterhin
Fugenlos heißt flächig fugenlos, nicht fugenfrei. An den Übergängen zur Wanne, zum Waschtisch, zur Duschabtrennung und an Bewegungsfugen bleiben elastische Fugen, und die altern wie überall sonst. Was tatsächlich wegfällt, ist die Rasterfuge in der Fläche, also genau der Teil, der im Duschbereich verschimmelt und den man nie richtig sauber bekommt. Das ist ein realer Gewinn an Reinigungsaufwand, nur eben kein vollständiger.
Am deutlichsten rechnet sich die Entscheidung in kleinen Bädern. Dort ist der Flächenaufschlag überschaubar, und die durchgehende Oberfläche lässt einen engen Raum spürbar größer wirken, weil das Auge keine Raster zählt. Welche Maßnahmen in einem kleinen Bad sonst noch etwas bringen, haben wir separat aufgeschrieben: kleines Bad sanieren.
Bevor Sie Angebote nebeneinanderlegen, klären Sie zwei Angaben: die tatsächlich zu beschichtende Fläche in Quadratmetern und den Zustand des Untergrunds, ab dem der Preis gilt. Mit diesen beiden Zahlen wird aus vier unvergleichbaren Angeboten eine echte Entscheidung. Wer danach ein fugenloses Bad umsetzen lassen möchte, sollte beides schriftlich im Angebot wiederfinden. Bei uns steht es dort, zusammen mit der Position für die Abdichtung.
Häufige Fragen
Was kostet ein Quadratmeter fugenloses Bad?
Die Arbeitskosten liegen bei 150 Euro je Quadratmeter, übereinstimmend bei obi.de, gira.de, haus.de und richter-frenzel.de. Dazu kommen 20 bis 30 Euro Material, also rund 175 Euro für den fertigen Quadratmeter. Über alle Systeme und Anbieter reicht die Spanne von 100 bis 300 Euro. Entscheidend ist, dass sich der Preis auf die beschichtete Fläche bezieht, nicht auf die Grundfläche des Raums.
Ist ein fugenloses Bad teurer als Fliesen?
In der Standardausführung ja. Fliesenarbeiten kosten 75 Euro je Quadratmeter Arbeitslohn, eine Beschichtung 150 Euro. Die fertige Fläche liegt bei Fliesen bei 80 bis 100 Euro, fugenlos bei 100 bis 300 Euro. Bei gehobenem Material dreht sich das Verhältnis um: Marmor kostet allein im Material 120 bis 300 Euro je Quadratmeter.
Was beeinflusst die Kosten am stärksten?
Der Zustand des Untergrunds und die tatsächliche Fläche. Dieselbe Quelle nennt für ein Bad von 6,5 bis 8,5 Quadratmetern einmal 3.700 bis 4.000 Euro und einmal 9.000 bis 15.000 Euro. Der Unterschied ist nicht das Material, sondern ob Vorbereitung, Abdichtung und Versiegelung enthalten sind. Danach folgen die Kleinteiligkeit des Raums und die Zahl der Nischen und Kanten.
Kann die Beschichtung auf alte Fliesen aufgebracht werden?
Ja, und das ist der größte Sparhebel, weil Abbruch, Entsorgung und neuer Untergrund entfallen. Die Fliesen müssen fest sitzen, der Untergrund muss trocken sein, die Fugen werden eingeebnet und die glasierte Oberfläche wird angeschliffen. Kritisch ist die Abdichtung darunter: In Bädern aus den 1980er und 1990er Jahren fehlt sie häufig, und eine Beschichtung obendrauf ändert daran nichts.
Lohnt sich Eigenleistung beim fugenlosen Bad?
Rechnerisch ist der Anreiz groß, weil rund 86 Prozent der Kosten auf die Arbeitszeit entfallen. Praktisch ist die Verarbeitung anspruchsvoll: Die Fläche wird nass in nass gezogen, Ansatzstellen bleiben sichtbar, und die Abdichtung im Duschbereich ist eine normgerechte Leistung ohne Gewährleistung bei Eigenarbeit. Sinnvoll sind Vorbereitung und Reinigung, unkritisch sind trockene Wandflächen außerhalb des Spritzwasserbereichs.
Wie lange hält ein fugenloses Bad?
Die Haltbarkeit hängt an der Versiegelung, die als Verschleißschicht regelmäßig aufgefrischt wird; die Intervalle geben die Systemhersteller vor. Der wirtschaftlich wichtigere Punkt ist die Reparatur: Eine einzelne Fliese lässt sich tauschen, eine beschädigte Beschichtung wird ausgebessert und bleibt an der Stelle oft sichtbar. Bei größeren Schäden wird die ganze Fläche überarbeitet.
Eine Zahl für Ihr Bad statt einer Spanne
Wir kommen vorbei, messen auf und sagen Ihnen, was Ihre Sanierung kostet — verbindlich und schriftlich. Die Beratung ist kostenlos, auch wenn Sie sich danach anders entscheiden.
