Kosten & Entscheidung

Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand — worauf Sie im Angebot achten

Zwei Angebote über dieselbe Leistung können 30 Prozent auseinanderliegen — und trotzdem beide korrekt sein. Der Unterschied steckt meist nicht im Preis, sondern darin, was nicht drinsteht.

Von S&O BadsanierungAktualisiert am 6 Minuten Lesezeit

Waschtisch mit anthrazitfarbenem Unterschrank und Spiegel in einem sanierten Badezimmer in Berlin-Steglitz

Die zwei Abrechnungsarten

Beim Festpreis nennt der Betrieb eine Summe für ein klar beschriebenes Ergebnis. Verkalkuliert er sich, ist das sein Risiko. Bei der Abrechnung nach Aufwand zahlen Sie geleistete Stunden und verbrauchtes Material — der Betrag im Angebot ist dann eine Schätzung, keine Zusage.

Beides ist zulässig und üblich. Entscheidend ist, dass Sie wissen, was Sie vor sich haben. Ein Angebot, das nach Festpreis aussieht, aber „zzgl. anfallender Stunden“ enthält, ist eine Aufwandsabrechnung mit Werbeüberschrift.

Festpreis
PlanungssicherheitRisiko liegt beim Betrieb
Nach Aufwand
flexibelKostenrisiko liegt bei Ihnen

Wir arbeiten grundsätzlich zum Festpreis. Nicht weil es für uns bequemer wäre — es ist das Gegenteil —, sondern weil eine Badsanierung für die meisten Menschen eine der größten Ausgaben des Jahres ist. Da will man wissen, woran man ist.

Was ein Festpreis nicht abdeckt

Ehrlich bleiben heißt auch, die eine Ausnahme zu benennen: verdeckte Schäden, die erst beim Rückbau sichtbar werden. Niemand kann durch eine geschlossene Wand sehen.

  • Feuchtigkeit im Estrich, die trockengelegt werden muss
  • Marode oder falsch verlegte Leitungen hinter der Wand
  • Eine Holzbalkendecke, die vor dem Fliesen ausgesteift werden muss
  • Asbesthaltige Altbeläge, die fachgerecht entsorgt werden müssen

In etwa jedem dritten Altbauprojekt tritt einer dieser Fälle ein. Deshalb steht bei uns schon im Angebot, welche Situationen einen Aufpreis auslösen können und in welcher Größenordnung. Alles andere bleibt beim vereinbarten Preis — auch wenn wir uns verschätzt haben.

Die Frage, die alles klärt

Fragen Sie jeden Anbieter: „Unter welchen Umständen wird es teurer als hier steht?“ Wer darauf keine konkrete Antwort gibt oder ausweicht, hat entweder nicht sauber kalkuliert oder plant die Nachträge bereits ein.

Sechs Punkte, die im Angebot stehen müssen

Vergleichen lassen sich Angebote erst, wenn sie dasselbe beschreiben. Fehlt einer dieser Punkte, fragen Sie nach, bevor Sie Preise nebeneinanderlegen:

  • Die Positionen einzeln aufgeführt, nicht als Pauschalsumme „Badsanierung komplett“
  • Arbeitslohn und Material getrennt ausgewiesen — Sie brauchen das für den Steuerbonus
  • Entsorgung und Container ausdrücklich benannt, mit Mengenangabe
  • Die Abdichtung als eigene Position mit Nennung der Norm DIN 18534
  • Fliesenformat und Quadratmeterpreis, damit klar ist, was eine andere Wahl kostet
  • Ein verbindlicher Zeitraum für die Bauzeit, nicht nur ein Starttermin

Achten Sie außerdem auf das Wort „bauseits“. Es bedeutet, dass Sie diese Leistung selbst erbringen. Steht es bei Entsorgung, Malerarbeiten oder Endreinigung, ist das Angebot nicht mit einem vergleichbar, das diese Punkte enthält.

Fertig saniertes Badezimmer mit Waschtisch und Duschbereich in Berlin-Charlottenburg
Ein Festpreis bezieht sich immer auf ein beschriebenes Ergebnis. Je genauer die Leistung im Angebot steht, desto belastbarer ist die Zahl darunter.

Der Zahlungsplan

Kaum jemand fragt danach, bevor unterschrieben ist — dabei entscheidet er darüber, wie viel Geld wann bereitliegen muss. Bei uns sieht er so aus:

ZeitpunktAnteilWofür
Bei Auftragserteilung30 %Bestellung von Sanitärobjekten und Fliesen
Nach der Rohinstallation40 %Leitungen, Vorwand und Abdichtung fertig
Nach der Abnahme30 %Bad fertig und mängelfrei übergeben

Zahlungsplan bei S&O Badsanierung. Alle Raten werden per Überweisung beglichen.

Die letzte Rate ist die wichtigste: Halten Sie sie zurück, bis das Bad wirklich fertig ist. Ein seriöser Betrieb hat damit kein Problem. Wer dagegen 70 oder 80 Prozent im Voraus verlangt, sollte Sie stutzig machen — das ist im Baugewerbe unüblich und nimmt Ihnen jedes Druckmittel bei Nacharbeiten.

Und für den Steuerbonus gilt: Jede Rate muss überwiesen werden, Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an. Welche Zuschüsse Sie darüber hinaus nutzen können, steht in unserem Beitrag zur Badsanierung Förderung.

Die Abnahme richtig machen

Die Abnahme ist der rechtlich entscheidende Moment: Ab da läuft die Gewährleistung, und die Beweislast für Mängel geht auf Sie über. Nehmen Sie sich dafür eine Stunde Zeit und gehen Sie das Bad systematisch durch.

  • Alle Armaturen aufdrehen, auf Druck und Dichtheit prüfen, danach unter den Waschtisch schauen
  • Die Dusche fünf Minuten laufen lassen und beobachten, ob das Wasser vollständig abläuft
  • Silikonfugen auf Lücken prüfen, besonders in den Ecken und am Übergang zum Boden
  • Fliesen mit dem Fingerknöchel abklopfen — hohl klingende Stellen sind nicht vollflächig verklebt
  • Türen und Schubladen des Unterschranks öffnen und schließen

Was Ihnen auffällt, gehört ins Abnahmeprotokoll, auch Kleinigkeiten. Das ist kein Misstrauen, sondern normales Vorgehen — wir bringen selbst eine Liste mit und gehen sie mit Ihnen zusammen durch.

Drei Angebote richtig vergleichen

Drei Angebote einzuholen ist guter Rat — nur nützt er nichts, wenn man sie anschließend nur nach der Endsumme sortiert. So gehen Sie stattdessen vor:

1. Leistungen nebeneinanderlegen

Schreiben Sie die Positionen aller drei Angebote untereinander. Meist zeigt sich schon hier, warum eines günstiger ist: Es fehlt die Entsorgung, die Abdichtung ist nicht benannt, oder die Malerarbeiten sind bauseits.

2. Auf gleiche Mengen prüfen

Ein Angebot rechnet mit 22 Quadratmetern Fliesenfläche, das andere mit 30. Beide können recht haben, wenn das eine nur bis 120 Zentimeter Höhe fliesen will. Das ist ein Unterschied von mehreren Tausend Euro — aber eben auch ein anderes Ergebnis.

3. Nach dem Ausstattungsniveau fragen

Wenn nur Sanitärobjekte pauschal aufgeführt sind, lassen Sie sich Marke und Modell nennen. Zwischen einer Basisserie und gehobener Markenware liegen bei kompletter Ausstattung schnell 2.000 Euro.

4. Referenzen ansehen

Fotos abgeschlossener Projekte sagen mehr als jede Preisliste — besonders Detailaufnahmen von Übergängen, Ecken und Anschlüssen. Dort zeigt sich Handwerk. Unsere Projekte finden Sie unter Referenzen.

Was im Vertrag stehen sollte

Ein Angebot wird durch Ihre Unterschrift zum Vertrag. Diese fünf Punkte sollten darin geregelt sein — fehlen sie, fragen Sie nach:

  • Leistungsbeschreibung: welche Arbeiten, welches Material, welche Mengen
  • Preis und Abrechnungsart, eindeutig als Festpreis oder nach Aufwand benannt
  • Zahlungsplan mit Fälligkeiten, gekoppelt an den Baufortschritt, nicht an Kalenderdaten
  • Bauzeitraum mit Beginn und voraussichtlichem Ende, nicht nur ein Starttermin
  • Regelung für Nachträge: In welchen Fällen und wie Sie darüber informiert werden

Gewährleistung müssen Sie übrigens nicht vereinbaren, die gilt kraft Gesetz — bei Bauleistungen fünf Jahre nach BGB. Vorsicht ist geboten, wenn ein Vertrag diese Frist verkürzen will. Bei Verträgen mit Verbrauchern ist das in aller Regel unwirksam, es sagt aber einiges über den Anbieter.

Wenn der Termin nicht hält

Verzögerungen kommen vor — Lieferengpässe bei Sanitärobjekten sind der häufigste Grund, gefolgt von Funden beim Rückbau. Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird.

Ein verbindlich zugesagter Fertigstellungstermin ist rechtlich bindend. Wird er ohne triftigen Grund überschritten, können Sie eine angemessene Nachfrist setzen. Praktisch wichtiger ist aber die Frage, ob Sie überhaupt informiert werden: Ein Betrieb, der sich von sich aus meldet und einen neuen Termin nennt, ist verlässlicher als einer, der auf Nachfragen nicht reagiert.

Deshalb unser Rat für die Auswahl: Achten Sie darauf, wie schnell und klar auf Ihre Anfrage geantwortet wird. Wer sich vor dem Auftrag Zeit lässt, tut es während der Baustelle erst recht.

Häufige Fragen

Ist ein Festpreis teurer als die Abrechnung nach Aufwand?

Auf dem Papier oft ja, weil der Betrieb einen Risikoaufschlag einkalkuliert. In der Endabrechnung liegen beide meist nah beieinander — nur wissen Sie beim Festpreis von Anfang an, woran Sie sind.

Was ist ein realistischer Puffer?

Bei einem Neubau oder einer Wohnung jünger als 30 Jahre brauchen Sie kaum einen. Im Berliner Altbau planen Sie 10 bis 15 Prozent ein — nicht weil damit zu rechnen ist, sondern damit ein Fund Sie nicht aus der Bahn wirft.

Darf ein Handwerker einfach nachfordern?

Nur für Leistungen, die nicht vereinbart waren, und er muss Sie vorher informieren. Eine Nachforderung, von der Sie erst auf der Schlussrechnung erfahren, müssen Sie nicht ohne Weiteres akzeptieren.

Sollte ich den günstigsten Anbieter nehmen?

Nur wenn die Angebote wirklich dasselbe beschreiben. Liegt eines deutlich darunter, fehlt fast immer etwas — meist Entsorgung, Abdichtung oder Nebenarbeiten. Legen Sie die Positionen nebeneinander, dann sehen Sie es sofort.

Eine Zahl für Ihr Bad statt einer Spanne

Wir kommen vorbei, messen auf und sagen Ihnen, was Ihre Sanierung kostet — verbindlich und schriftlich. Die Beratung ist kostenlos, auch wenn Sie sich danach anders entscheiden.